Modell

Anthropocene Campus, ©Sera Cakal

Mit Beiträgen von Christoph Küffer (Environmental Systems Science, ETH Zurich), Sabine Höhler (Science and Technology Studies, KTH Royal Institute of Technology, Stockholm), Caleb Waldorf (Künstler, Berlin). Moderation: Christoph Rosol.

Ohne Modelle gäbe es das Anthropozän praktisch nicht. Da Modelle – von physikalischen Skalenmodellen und Nachbildungen über quantitative und deskriptive Modelle kollektiven Verhaltens bis hin zu numerischen Klimamodellen - eine große Bandbreite an praktischen Bedeutungen und Anwendungen aufweisen, sind sie das heuristische Rückgrat unsere Erkenntnisse über Systeme und Wandel, Ursache und Wirkung, wechselseitige physikalische Abhängigkeiten und verbindende Vorgänge zwischen Einheiten. Dementsprechend spielen Modelle (gemeinsam mit ihren siamesischen Zwillingen: Daten) eine wesentliche Rolle in den Natur- und Sozialwissenschaften, in technischen Handwerken und Ingenieurberufen, in der Stadtplanung und Architektur.

Es ist daher nur folgerichtig, dass sie auch in fast jedem Seminar des ANTHROPOCENE CURRICULUMS vorkommen. Ein Modell dient gewöhnlich einem praktischen Zweck und ist auf die typabhängige Problemlösung zugeschnitten, was hoch spezialisierte Fähigkeiten (mathematische Bearbeitung, Prototypenbau, Konzeptualisierung) erfordert. Modelle kennen keine universellen Wahrheiten – und stellen auch nicht diesen Anspruch. Sie zeichnen sich in der Regel durch Vereinfachung, Abstraktion und Mimesis aus. Ihr Ziel und Zweck ist Robustheit. Modelle erlauben ein näherungsweises Verständnis und bieten eine feste Grundlage für Planung und kompetente Entscheidungsfindung, indem sie (Daten-) Objekte, Prozesse, Risiken usw. unterschiedlich darstellen, veranschaulichen, simulieren oder mit ihnen experimentieren.

Aufzeichnung: Video / Audio