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Iran
Lesung
Entfernte Nähe
Stadt der Spiele
Hamid Yavari, Teheran
Eintritt: 4 , ermäßigt 2,50
Ermäßigung für Ausstellungsbesucher
01.05.2004
17:00
Entfernte Nähe
Ein Mann wird grundlos verhaftet und gezwungen zu gestehen. Es ist die Zeit der Studentenbewegungen um 1999. Das kafkaeske Treiben in Teheran bildet den Rahmen in Hamid Yavaris Roman "Stadt der Spiele". In kühlem, distanziertem Ton erzählt der 32-jährige Autor Geschichten aus einer schizophrenen Metropole, in der nichts sicher ist und man niemandem trauen kann. Da sitzen Studenten und Ärzte neben Serienmördern im Gefängnis, nur weil die Willkür der Mächtigen ein willkommener Party-Gag ist. Dieses makabre "Spiel" führt zur Destruktion der Stadt, ihrer Menschen - und letztendlich sogar des Textes selbst. Yavari ist ein außergewöhnliches Buch gelungen, das die permanente Verunsicherung beschreibt: ein Gefühl, wie es in der gesellschaftspolitischen Atmosphäre, die im heutigen Iran herrscht, nachvollziehbar ist.

BIOGRAFIE:
Hamid Yavari wurde 1972 in Teheran geboren und arbeitet als Arzt in der Notfallstation des Teheraner Herzzentrums. Inspiriert und ermuntert von dem bekannten iranischen Dichter Hushang Golshiri, für dessen Zeitschrift „Karnameh“ er ein Jahr lang gearbeitet hat, begann er Mitte der 90er Jahre, eigene literarische Texte zu verfassen. Nach einer Reihe von Erzählungen und Kritiken für verschiedene Literaturzeitschriften, erschien 2002 mit „Shahr-e bazi“ (Stadt der Spiele) sein erster Roman.

BIBLIOGRAFIE:
Shahr-e bazi (Stadt der Spiele), Roman,2002