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Asien
Iran
Ausstellung
Entfernte Nähe
ENTFERNTE NÄHE
Neue Positionen iranischer Künstler
Eintritt: 3 , ermäßigt 1,50
20.03.2004 - 09.05.2004 Di + Mi 10-18 Uhr
Do - So 12-20 Uhr
10:00
Entfernte Nähe
Shadi Ghadirian: "Domestic Life"
"Domestic Life" (Ausschnitt)
Farhad Moshiri: "Armchair and round table with stereos"
Armchair and round table with stereos
Abbas: "GOD"
"Iran. 2001. GOD"
ENTFERNTE NÄHE zeigt eine für Deutschland einmalige Zusammenstellung aktueller Werke iranischer Künstler.
Die Revolution, jugendliche Kriegsopfer aus dem Iran-Irak-Krieg oder kurdische Widerstandskämpfer sind die Themen von Kaveh Golestan. Khosrow Hassan Zadeh zielt auf die Folgen religiöser Doktrin: In seiner Serie "Faheshe" sind die Gesichter ermordeter Prostituierter zu sehen, die einem Fanatiker zum Opfer fielen.
Einige Exilkünstler arbeiten stark autobiografisch: Die in Paris ansässige Comiczeichnerin Marjane Satrapi verknüpft ihre eigene Geschichte mit der ihrer Heimat. Designobjekte dienen der in Deutschland lebenden Parastou Forouhar als Projektionsflächen für persönliche Erfahrungen politischer Unterdrückung, während Shahram Entekhabi in seiner monumentalen Installation "Kilid" den Motiven seiner Emigration nachgeht.
Die Entfernung von der "Heimat" zeigt sich in einer Hinwendung zu ästhetischen und konzeptuellen Fragen: Während Ali Mahdavi mit seinen kostbar gekleideten Tierkadavern den Widerspruch von prunkvollem Dekorum und körperlicher Unvollkommenheit thematisiert, geht es bei dem weltweit renommierten Architekten Siah Armajani um das Verhältnis von Form und Raum und die Abwesenheit des Menschen.
Die junge Künstlergeneration setzt demgegenüber auf Humor und ironische Überzeichnung: In tragikomischen Videosequenzen parodiert Ghazel ihre Bemühungen, Kleiderordnung und modernen Lebensstil miteinander zu vereinbaren. Farhad Moshiri findet mit seiner Rauminstallation "Living Room Ultra Mega" eine überbordende Metapher für die Ambitionen der aufstrebenden Teheraner Mittelschicht. Angesichts dieser reichhaltigen Bildwelten wirkt die Videoarbeit der wohl bekanntesten Künstlerin dieser Ausstellung, Shirin Neshat, geradezu minimalistisch: In ruhigen Sequenzen entfaltet sich eine aufs äußerste reduzierte Formensprache, die allgemeingültige Fragen zum Verhältnis zwischen den Geschlechtern und den Möglichkeiten des Seins aufwirft.

Die Künstler der Ausstellung: Abbas, Siah Armajani, Maziar Bahari, Shahram Entekhabi, Parastou Forouhar, Shadi Ghadirian, Ghazel, Kaveh Golestan, Khosrow Hassan Zadeh, Peyman Hooshmandzadeh, Abbas Kiarostami, Ali Mahdavi, Mehran Mohajer, Farhad Moshiri, Shirin Neshat, Marjane Satrapi, SHAHRZAD Collective, Farkhondeh Shahroudi, Mitra Tabrizian